05 Feb
05Feb

🔍 KI einführen? Ja, aber bitte mit einem klaren Blick für den echten Mehrwert.

Wir erleben aktuell eine Welle von KI-Projekten, viele sind getrieben von einem Ziel: Effizienzsteigerung. Doch Effizienz alleine ist kein Ziel, kein Selbstzweck. Vielmehr muss zuerst geklärt werden: Was genau soll eigentlich effizienter werden - und warum?

Wo entsteht dadurch echter Mehrwert für KundInnen, Mitarbeitende, in der Wertschöpfungskette oder für die Organisation als Ganzes? Das ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass laut einer aktuellen Studie des MIT Media Lab* liefern 95 % der KI-Pilotprojekte in Unternehmen keine messbaren finanziellen Ergebnisse (Link zur Studie 👉 am Ende des Posts). Nicht weil die Technologie versagt, sondern weil Zielbild, Integration und organisationaler Kontext oft fehlen.

Aus meiner Sicht braucht es mehr als - ich nenne es - «effizienzgetriebenes Tool-Denken». Es braucht ein strategisches Verständnis für das, was wirklich durch eine KI Lösung verändert werden soll.

Wenn Organisationen KI sinnvoll integrieren wollen, stellen sich für mich vier zentrale Fragen:

❓Wozu wollen wir KI einsetzen?
Nicht: Was lässt sich automatisieren? Sondern: Was wollen wir verbessern – für unsere KundIinnen, für unsere Mitarbeitenden, für die Organisation als Ganzes?
❓Welches Ziel soll erreicht werden - unabhängig vom bisherigen Prozess?
KI eröffnet neue Lösungsräume. Deshalb lohnt es sich, den Blick von „Wie machen wir es heute?“ zu lösen und zu fragen: Was wollen wir erreichen - und wie kann KI dabei unterstützen, neue Wege zu ermöglichen?
❓Was ist eine sinnvolle Anwendung in unserem Kontext?
KI ist kein Add-on. Sie wirkt dann, wenn sie in Strukturen, Kultur und Zusammenarbeit eingebettet ist. Sie sollte verbinden, nicht trennen. Das kann auch bedeuten, dass Strukturen, Kultur und die Art der Zusammenarbeit verändert werden muss.
❓Wie entsteht psychologische Sicherheit im Veränderungsprozess?
Indem wir Räume schaffen, in denen Unsicherheiten ausgesprochen werden dürfen. In denen Führung zuhört, Orientierung gibt und Widerspruch zulässt. Und in denen Reflexion nicht am Ende steht, sondern Teil des Prozesses ist – kontinuierlich und bewusst.

Mein Fazit: KI ist ein Entwicklungsthema. Und wie bei jeder echten Entwicklung braucht es Ideen, offenen Austausch, Mut und Fokus: Sie beginnt mit den richtigen Fragen – nicht mit Aktionismus.
 
* Quelle: MIT Media Lab, 2025. The GenAI Divide: State of AI in Business 2025. Project NANDA : https://lnkd.in/ddfXKpsK

Comments
* The email will not be published on the website.