„Wir führen S/4HANA ein." «Wir implementieren KI in unserem Unternehmen».
Klingt nach Projektziel. Ist es aber nicht.
Ein System ist ein Rahmen. Eine Regulation ist ein Rahmen. KI ist ein Rahmen. Was in diesen Rahmen hineinkommt, also das eigentliche Bild, das entscheidet ihr. Oder jemand anderes. Oder niemand bewusst.
Genau das passiert in vielen Projekten: Der Rahmen wird präzise definiert, beschafft, vertraglich abgesichert. Das Bild bleibt vage.
„Wir wollen produktiver werden." „Wir wollen endlich Standardprozesse." Das klingt nach Ziel. Es ist eine Hoffnung.
Dabei ist die entscheidende Frage nicht: Welche Lösung führen wir ein? Sondern: Welchen Spielraum wollen wir innerhalb dieser neuen Rahmenbedingungen zukünftig nutzen? Wie wollen wir arbeiten? Was wollen wir nicht mehr tun? Was muss möglich sein, das heute nicht möglich ist?
Ich höre oft: „Wir machen kein Wunschkonzert, sonst wird es teuer und unsere Leute sind enttäuscht." Verständlich. Aber ich frage mich dann: Warum erwartet man ein Wunschkonzert und keine guten Ideen? Warum traut man dem Team nicht zu, abzuwägen und Prioritäten zu setzen?
Ein echtes Zielbild entsteht nicht aus Konsens um jeden Preis. Es entsteht aus einem strukturierten, offenen Gespräch über Bedürfnisse, Must-haves und Möglichkeiten. Oft hilft dabei eine neutrale Person, die keine eigene Agenda im Projekt hat.
Wer den Spielraum nicht kennt, hängt einen leeren Rahmen an die Wand. Und wundert sich später, warum das Projekt kein Bild hat.